Ida-Büste auf Anröchter Dolomitstein
Ida-Büste auf Anröchter Dolomitstein

Die Heilige Ida von Herzfeld

 

Ida war eine Nichte Karls des Großen. Nach ihrer Vermählung mit dem Sachsenherzog Egbert verließ sie ihre Heimat und zog im Jahre 786 nach Westfalen zu seinen Gütern, die in der Nähe der heutigen Stadt Osnabrück lagen.

 

Auf dem Wege dorthin überquerten sie die Lippe auf einer Furt bei Hirutveldun (altsächsisch: Hirschfelder) und schlugen am rechten Flußufer ihr Zelt auf. In der folgenden Nacht erhielt Ida im Traum den Auftrag eines Engels, dort eine Kirche zu bauen. Diese Traumvision bestimmte von nun an ihr Handeln und Denken. Sie mühte sich um den Bau eines Gotteshauses und wurde so die Gründerin der ersten katholischen Gemeinde im Münsterland.

 

Die Reise nach Westfalen fiel in die Zeit des 30-jährigen Krieges zwischen den Sachsen und den Franken. Ida nahm in dieser Zeit die Sachsen in ihren Schutz. Der Hirsch, mit dem Ida oft abgebildet wird, ist ein Bild für die von den Franken gejagten Sachsen. Noch heute befindet sich der Hirsch im Wappen von Herzfeld.

 

Im Jahre 811 starb Idas Gemahl Egbert. An der Südseite der Kirche fand er seine letzte Ruhestätte. Über dem Grab wurde ein Portikus erbaut, wo Ida nach dem Tod Egberts wohnte. Dort, in unmittelbarer Nähe des Altars, widmete Ida sich ganz dem Gebet und der Sorge für die Gemeinde. Der Steinsarg diente dabei als Truhe für die Gaben, die sie zweimal am Tag an die Bedürftigen austeilte.

 

Am 4. September 825 starb Ida. Der Portikus mit ihrem Grab wurde zur ersten Wallfahrtsstätte Westfalens. 155 Jahre später, am 26. November 980. erhob Bischof Dodo von Münster die Gebeine Idas zur Ehre der Altäre. Heute ist der Sarkophag der hl. Ida, der Schrein mit ihren Reliquien und Reste der von ihr erbauten Kirche in der Grabkrypta zu sehen und laden ein zum betrachtenden Verweilen, zum Gedenken an die “Mutter der Armen” und zum Gebet.

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Bericht über die heilige Ida
Quelle: Bistumszeitung Münster Kirche+Leben, Ausgabe 37 aus 2011 Seite 11
Bistumszeitung Münster Kirche+Leben, Aus
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Basilika St. Ida aus Richtung Hovestadt
Basilika St. Ida aus Richtung Hovestadt

 

Der „Idenpatt“ und die Legende

 

Idenpatt oder Grüner Weg sind volkstümliche Namen für eine alte Furt durch die Lippe im Südosten von Herzfeld. Im Jahre 786 kamen Ida und Egbert bei ihrer Reise nach Westfalen über diese Furt nach Herzfeld. Sie bahnten dem Evangelium einen Weg in die Herzen der Menschen. So begann eine Zeit des Friedens zwischen den Sachsen und Franken.

 

Die Legende erzählt, daß ein Hirsch (Sinnbild der Sachsen) vor seinen Jägern zur hl. Ida flüchtete und bei ihr Rettung fand. Er wich nie mehr von Idas Seite, folgte ihr auch durch die Lippe und trug auf seinem Rücken behauene Steine über den Grünen Weg zum Kirchbau heran.

Der Grüne Weg wurde Idenpatt genannt, weil Ida ihn oft gegangen ist. Auf ihm eilte sie von ihrer Burg den Armen in Herzfeld zur Hilfe. Sie begleitete auf dem Idenpatt den Transport der Steine für den Kirchbau und ging mit ihrer Familie zur hl. Messe. Zum letzten Mal schritt Ida über diesen Weg, als sie nach dem Tode ihres Mannes im Jahre 811 ihre Burg für immer verließ, um fortan im Portikus der Kirche als Mutter der Armen zu leben. Der Grüne Weg gilt als der älteste noch bekannte Pilgerweg Westfalens. Auf ihm kam auch der Abt des Reichsklosters Werden a. d. Ruhr mit seinen Mönchen zum Tag der Heiligsprechung Idas am 26. November 980 nach Herzfeld.

Totenweg - Herzfeld war ein Zentrum frühchristlicher Mission. Deshalb brachte man aus dem Gebiet südlich der Lippe die Toten über den Grünen Weg, um sie hier zu bestatten. Einer von ihnen war Egbert, der Mann Idas. Der heute noch gebräuchliche Name: Totenpättken erinnert an diesen weit in die Vorgeschichte zurückreichenden Totenweg.

 

Zur Erinnerung an den historischen “Idenpatt” wurde im Jahre 1990 ein neuer Weg angelegt, in dessen Bereich die ursprüngliche Furt zu suchen ist. Er lädt dazu ein, den eigenen Lebensweg zu überdenken und an St. Idas “Weg zum Guten” auszurichten.

 


Haus Idenrast
Haus Idenrast

 

Wo Ida einst rastete - Haus Idenrast

 

Schon in früher Zeit war Herzfeld ein Ort der Rast, weil es an einem wichtigen Verkehrs- und Handelsweg lag, der hier die Lippe überquerte und damit die südliche Grenze des Dreingaus.

 

Der Ruheplatz in Herzfeld befand sich auf einer Anhöhe am rechten Lippe-Ufer nahe der Furt. Dort im Bereich des Göttlichen suchten die Reisenden Ruhe und Erholung und beteten um sicheres Geleit auf ihrem Weg.

 

Herzfeld ist ein Ort, um Rast zu machen, so wussten es schon die Menschen der Vorzeit und so erlebten es Egbert und Ida und unzählige Wallfahrer durch viele Jahrhunderte.

 

In der Unrast unserer Tage brauchen wir die Erfahrung der bergenden Nähe Gottes und seiner Heiligen, damit wir Ruhe für unserer Seelen finden.